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Das Wort "fallen" und der Soldatentod

Dr. Wolfgang Klein

Das Wort “fallen” und der Soldatentod


Der Leserbrief wurde in der FAZ vom 17. November 2008 gekürzt veröffentlicht. Es fehlen die im Text rot markierten Passagen.

Zu "Gefallen" von Stephan Löwenstein, FAZ vom 25.10. 2008:

"Fallen ist das alte Wort für den Soldatentod im Krieg" Schon die Römer benutzten es in diesem Sinne. Es wird heute im Zusammenhang mit Einsätzen der Bundeswehr wie in Afghanistan vermieden, weil man sich dort ja nicht im Kriege befinde. Nun habe Verteidigungsminister Jung auf der Trauerfeier in Zweibrücken die beiden “gefallenen" Soldaten gewürdigt. Damit habe er versucht, eine "schräge Debatte" über Krieg oder Nichtkrieg zu beenden. "Doch unabhängig von dieser Debatte, die meist unangemessen eindimensional geführt wird, kann man das Wort “fallen" als euphemistisch empfinden: Es geht darüber hinweg, dass da ein Mensch getötet wird. Es unterstellt einen aktiven Vorgang, keinen passiven. Doch kein deutscher Soldat sehnt sich heute noch danach, den Heldentod zu finden." Dazu ist anzumerken: "Fallen" meint Soldatentod im Krieg durch Feindeinwirkung. Schließlich kann ein Soldat auch im Krieg quasi "zivil" sterben. Ich kann das Wort "fallen", in diesem Zusammenhang gebraucht, nicht als euphemistisch empfinden. Die ausdrucksreiche Deutsche Sprache beschreibt mit ihm eindringlich das Hinstürzen des von Geschossen oder Granatsplittern Getroffenen, geht also keineswegs darüber hinweg, daß da ein Mensch getötet wird. Fallen bedeutet, sich dem Gesetz der Schwerkraftwirkung folgend, nach unten bewegen. Fallen "unterstellt" eben keinen aktiven, ist vielmehr ein ganz und gar passiver Vorgang (Sprach- Brockhaus, 4. Auflage, Seite 165). Aktiv hingegen waren nicht die Gefallenen sondern ihre Feinde, die die tötenden Waffen bedienten. Was Sehnsucht nach dem Heldentod betrifft, fehlt mir zunächst der Bezug zur Debatte um das "Fallen". Im übrigen unterstellt Stephan Löwenstein ausdrücklich, daß sich früher deutsche Soldaten danach gesehnt hätten, "den Heldentod zu finden". Mir sind solche weder unter Weltkrieg-I-Teilnehmern noch im zweiten Weltkrieg  begegnet. Aber wer, wie der Autor, ausweislich des FAZ-Impressums (www.faz.net) 1968 geboren ist, hat mit alledem offensichtlich Schwierigkeiten. 

 

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