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Party mit Phlipp

Dr. Wolfgang Klein


Party mit Philipp ( * 21.11.1997)#

August 2004, Philipp ist für fast drei Wochen bei uns. Er “feiert” so gerne eine “Party”. Darunter versteht er: Abends, zu einer Zeit, zu der man eigentlich schon ins Bett gehörte, gemütlich beisammen sitzen, eventuell eine Fernsehsendung mit Volksmusik oder Heimatthemen anhören, ansehen, Kinderwein trinken, Chips oder ähnliches knabbern, erzählen, lustig sein, ein Eis schlecken und was sich sonst noch so ergibt. Der Kinderwein besteht aus einem Gemisch von Säften und Mineralwasser eventuell mit einer homöopathischen Dosis richtigen Weins angesetzt. Die Großen dürfen natürlich richtigen Wein trinken. Das hebt die Stimmung. Des eingedenk haben wir natürlich eine Party gefeiert und später dann noch eine. Wir: Das sind Philipp, Omi und Opa.

Nach einer schönen Volksmusiksendung von Bord eines Haveldampfers war schon etwas Kinderwein und richtiger Wein geflossen, die Stimmung nicht mehr ganz ernst. Opa fiel eine Geschichte aus seiner Luftwaffenhelferzeit ein. Wir wurden damals (1944)  im Verband unserer Schulklassen eingesetzt; einmal sicher deshalb, weil die in der Schule entstandene Kameradschaft bei jenem Vorhaben als hilfreich angesehen wurde, zum anderen hatten wir ja – wenn auch spärlich – Schulunterricht, 3 mal drei oder vier Stunden pro Woche, es sei denn, der fiel wegen Alarms aus oder, weil wir aus gleichem Grunde nachts wenig geschlafen hatten. Wir Berliner landeten bei der 1. Flakdivision, der die Luftverteidigung Berlins oblag. Unsere erste Stellung nach der Ausbildung lag in Güterfelde bei Stahnsdorf. Wir lösten dort eine Besatzung ab, die nach etwa einjährigem Dienst zur Entlassung anstand. Von dieser Besatzung war folgende Geschichte überliefert worden:

Man hatte im Chemieunterricht Methan behandelt, das als Grubengas Bergwerksexplosionen verursacht, im Erd- und Stadtgas vorhanden ist, als Sumpfgas durch Fäulnisbakterien aus tierischen und pflanzlichen Resten entsteht und mit nicht leuchtender Flamme verbrennt. - Ich sagte schon, die Stimmung bei unserer Party war nicht mehr ganz ernst. – Offenbar war im Chemieunterricht unserer Vorbesatzung auch erwähnt worden, daß Methan durch Fäulnisbakterien auch im Darm des Menschen entstünde. Jedenfalls wurde eines Abends beschlossen, die Sache experimentell zu überprüfen. Einer ließ die Hose runter und bückte sich. Ein anderer brachte eine brennende Kerze in Stellung. Vielleicht hat es sich auch um ein brennendes Streichholz gehandelt. An dieser Stelle bin ich meiner Erinnerung nicht mehr ganz sicher. Ja und dann sei es tatsächlich gelungen, den Gasstrom, von dem hier die Rede ist, dessen verbreitete Bezeichnung ich auf diese Weise umgehe, in die richtige Richtung, das heißt, in die Flamme zu lenken. Jedenfalls soll sich der Gasspender ganz gehörig den Mund am anderen Ende verbrannt haben. Philipp nahm die Erzählung mit sichtlichem Vergnügen auf und machte den Vorschlag, der Verunfallte hätte doch seinen Po zwecks Linderung an den Nordpol halten sollen. Ich, vom richtigen Wein wohl schon ein wenig angeheitert, entgegnete sehr spontan (wörtliches Zitat): “Mensch, das geht ja auch nicht, da friert einem ja der Arsch ab.” Auf diese mehr automatisch als durchdacht zustande gekommenen Äußerung folgte ein nicht mehr steigerbares, maximales und nicht enden wollendes Kindergelächter, das sich mir tief eingeprägt hat, dessen Fröhlichkeit in meiner Erinnerung ein kleines Glück ist. Ich stelle mir die Szene oft vor meinem geistigen Auge vor und höre es dann – das Gelächter - so deutlich, als säße mein Enkel mir gegenüber und lachte und lachte ............., zwischendurch nur kurz unterbrochen durch ein eingestreutes “da friert einem ja der Arsch ab”....... hahahaha ............. “da friert einem ja .............................”.

             W.K.

# Meiner Tochter Frau Dipl. Geogr. Annette Alexander und meinen Schwiegersohn Prof. Dr. Joachim Alexander gewidmet.

 

 

 

 

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