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Bischof Mixa

Dr. Wolfgang Klein


Bischof Mixa

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth bezeichnete beim bayerischen Landesparteitag der Grünen seine Exzellenz Dr. Walter Mixa, Bischof von Augsburg, wegen seiner Äußerungen zur Fremdbetreuung von Kleinkindern als "durchgeknallten, spalterischen Oberfundi aus Augsburg". (Roth: Mixa durchgeknallt (FAZ 22.07.2007, CSU verlangt Entschuldigung (FAZ 23.07.2007) und Augsburger Unfrieden (FAZ 24.10.2007).

Meine Meinung dazu:

1. Wenn in diesem Zusammen jemand  "durchgeknallt" ist, dann Frau Roth.

2. Der Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Diözese Augsburg, Dr. Dirk Hermann Voß, warf Frau Roth vor, ihr Angriff erinnere in der Wortwahl «in erschreckender Weise an die Propagandahetze der Nationalsozialisten gegen die katholische Kirche und ihre Repräsentanten». Er erkenne in den persönlichen Attacken Roths und ihrem Versuch, sich selbst zur «Zensurbehörde» zu machen, «seit langem schon beunruhigende faschistoide Züge». Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, nahm Frau Roth in Schutz: "Man darf die NS-Zeit nicht willkürlich als Argument heranziehen, wenn es gerade politisch opportun erscheint. Solche Vergleiche geben die historische Erfahrung des Nationalsozialismus der Beliebigkeit preis und sind deshalb gefährlich.” Sie forderte Maßnahmen seitens der vorgesetzten Kirchenbehörde gegen die "schon öfter sehr fraglichen Äußerungen" des Bistums Augsburg.

Ich halte diese Einlassung für sachlich falsch, nicht begründet, deshalb für überflüssig und eher störend. Daß die Katholische Kirche und etliche ihrer Würdenträger im nationalsozialistischen Deutschland der Hetze und Verfolgung ausgesetzt waren, ist eine Tatsache, die zu äußern doch wohl nicht ernsthaft beanstandet werden kann. Denken ist ständiges Vergleichen. Urteilsfindung ist das Ergebnis folgerichtigen Vergleichens. Wer die nationalsozialistischen Verbrechen als einmalig und/oder einzigartig bezeichnet, muß vorher verglichen haben! Die Einforderung von Wachsamkeit, daß sich derartiges Unrecht nicht wiederhole, ist eine Aufforderung zum ständigen Vergleichen! Wie anders sonst sollen denn Anfänge totalitärer Fehlentwicklungen erkannt werden? Herr Dr. Voß hat im übrigen gesagt, die Angriffe der Frau Roth erinnerten in der Wortwahl an die Propagandahetze der Nationalsozialisten, hat somit beides nicht einmal gleichgesetzt, und er erkenne in Frau Roths persönlichen Attacken faschistoide Züge. Faschistoid ist nicht gleich nationalsozialistisch sondern -oid = ähnlich. Geifernde Haßtiraden aus dem Munde von Abgeordneten des Deutschen Bundestages und Vorsitzenden politischer Parteien rufen mit Recht  Erinnerungen an den Beginn der nationalsozialistischen Diktatur wach und sollten alle Alarmglocken schrillen lassen. Noch gilt in unserem Lande eine Verfassung, nach der sich niemand für sein Denken rechtfertigen muß, weil diese Freiheit des Glaubens und des Gewissens, Freiheit der Meinungsäußerung und Information als Grundrechte schützt und eine Zensur ausdrücklich ausschließt. Hier hat ein schleichender Arrosionsprozeß bedenkliche Fortschritte gemacht, der verharmlosend als political correctness bezeichnet wird. Besonders deshalb ist Frau Knoblochs Aussage zu  widersprechen, Herr Dr. Voß habe die NS-Zeit willkürlich aus politischem Opportunismus als Argument herangezogen. Ihre Behauptung, solche Vergleiche gäben die historische Erfahrung des Nationalsozialismus der Beliebigkeit preis und seien deshalb gefährlich, bedürfte der erklärenden Begründung, um verstehbar zu werden. Selbstverständlich steht Frau Knobloch als Privatperson das Recht zu, jede Meinung, auch eine sachlich falsche zu äußern. Sie ist jedoch in zahlreichen Presseveröffentlichungen immer wieder als Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland angesprochen worden, ohne zu widersprechen. Das Gewicht ihres Amtes nimmt Einfluß ohne Argument zu sein und hat deshalb in einer Sachdiskussion nichts zu suchen. Zurückhaltung ist geboten.  

3. Der Artikel "Augsburger Unfrieden", Schwarz-Grünes mit Claudia Roth (FAZ vom 24.10.2007), ist seiner Diktion nach eine Glosse. Den behandelten Stoff halte ich für eine todernste Angelegenheit, die ganz und gar nicht zum Glossieren taugt. Soviel an die Adresse der Redaktion der sonst geschätzten und deshalb abonnierten FAZ.

W. K.

 

 

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