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Wehrmacht

 

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Dr. Wolfgang Klein

Deutsche Wehrmacht

 

Die überwiegend ausländischen Urheber der folgenden Werturteile und Ehrenerklärungen für die deutschen Soldaten von Wehrmacht und Waffen-SS haben angesichts des Skandals um eine rechtsextremistische, bisher aus 2 Personen bestehende Terrorzelle in der Bundeswehr eine neue, allerdings ganz andere Aktualität erreicht, als die derzeitige Bundesverteidigungsministerin meint. Sieben Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs leben nur noch wenige, die als Wehrmachtsangehörige an diesem teilgenommen haben und es scheint den Nachgeborenen und deren Nachfahren wohl nicht mehr möglich zu sein, sich in das damalige Geschehen zurück zu versetzen, sich hinein zu versetzen in das Erleben ihrer Eltern und Großeltern. Das aber wäre Voraussetzung für Beurteilungen. Deshalb die folgende Zusammenstellung von Zeitzeugenäußerungen (Quelle unter vielen anderen: https://www.politikforen.net/showthread.php?131688-Soldaten-der-Wehrmacht-als-quot-tapfer-quot-zu-bezeichnen-ist-strafbar/page5):

 

Der Sieg ging an die Alliierten, der soldatische Ruhm an die Deutschen."

(Drew Middleton, US-Militärpublizist)

 

"Ebenso wahr ist aber auch, dass sich der größte Teil der deutschen Soldaten nicht schuldig gemacht hat. Sie haben ihre Pflicht getan. Viele haben in dem Konflikt gelebt, ihrer Eidespflicht genügen zu wollen oder zu müssen, obwohl sie die Natur der verbrecherischen Staatsführung erkannten oder erahnten."

(Otto Graf Lambsdorff, deutscher Politiker, aus seiner Rede vom 13. März 1997 vor dem deutschen Bundestag)

 

"Inzwischen habe ich eingesehen, dass meine damalige Beurteilung der Haltung des deutschen Offizierkorps und der Wehrmacht nicht den Tatsachen entspricht und ich stehe daher nicht an, mich wegen meiner damaligen Auffassungen zu entschuldigen. Der deutsche Soldat hat für seine Heimat tapfer und anständig gekämpft. Ich für meinen Teil glaube nicht, dass der deutsche Soldat als solcher seine Ehre verloren hat. Die Tatsache, dass gewisse Individuen im Kriege unehrenhafte und verächtliche Handlungen begangen haben, fällt auf die betreffenden Individuen selbst zurück und nicht auf die große Mehrheit der deutschen Soldaten und Offiziere."

(Dwight Eisenhower, ehemaliger US-Präsident)

 

"Als Soldat der US-Kriegsmarine habe ich in den Kampfgebieten des Ersten und Zweiten Weltkrieges gedient. Die deutschen Marinestreitkräfte waren leistungsfähige, ehrenvolle und ritterliche Gegner, vor denen wir hohen Respekt hatten."

(T. G. W. Settle, Vizeadmiral der US-Kriegsmarine im 2. Weltkrieg)

 

"Wir möchten heute und vor diesem Hohen Haus im Namen der Regierung erklären, daß wir alle Waffenträger unseres Volkes, die im Rahmen der hohen soldatischen Überlieferung ehrenhaft zu Lande, zu Wasser und in der Luft gekämpft haben, anerkennen."

(Konrad Adenauer, ehemaliger Bundeskanzler, aus seiner Ehrenerklärung am 3.12.1952 vor dem deutschen Bundestag)

 

"Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgeht."

(Charles de Gaulle, ehemaliger General und französischer Staatspräsident)

 

"Die Wehrmacht war ein großartiger Kampfverband, der hinsichtlich Moral, Elan und innerem Zusammenhalt unter den Armeen des Zwanzigsten Jahrhunderts nicht seinesgleichen fand."

(Martin van Creveld, US-Militärhistoriker)

 

"Die Deutschen waren im Krieg zwischen Norwegen und Sizilien, zwischen Frankreich und Stalingrad, von der Normandie bis Nordafrika sehr gute Soldaten. Wo sie kämpften, waren sie allgemein gut geführt, sehr diszipliniert und benahmen sich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, gut."

(Sir Hacket, ehemaliger Oberbefehlshaber der NATO-Heeresgruppe Nord, der sich beim Kampf um die Brücke von Arnheim verdient gemacht hat)

 

"Die Deutschen sind prächtige Kämpfer und ihr Generalstab besteht aus wahren Meistern der Kriegskunst."

(Alexander Cadogan, britischer Unterstaatssekretär im 2. Weltkrieg)

 

"Vor den deutschen Soldaten ziehe ich den Hut. Ich habe bei Anzio (Italien) und in der Normandie gegen Euch gekämpft und kann nur sagen: Eure Soldaten waren erstklassig. Ihr habt in der Wehrmacht eine Armee gehabt, welche die Welt bewundert."

(Vernon Walters, ehemaliger Botschafter der USA in der Bundesrepublik Deutschland.)

 

"Der durchschnittliche deutsche Soldat im Zweiten Weltkrieg ... kämpfte normalerweise nicht im Glauben an die nationalsozialistische Ideologie - tatsächlich kam in vielen Fällen wohl eher das Gegenteil der Wahrheit näher."

(Dr. van Creveld, Professor für Geschichte an der Hebrew Universität in Jerusalem in seinem Buch "Kampfkraft")

 

"Die deutsche Armee durfte 1944 immer noch den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, qualitativ die beste der Welt zu sein. Ihre Eigenart lag in der Feuerkraft, verstärkt durch überlegenes professionelles Können unter den Offizieren, überragende tüchtige Kampfführung und unübertroffenen Mut unter den Mannschaften."

(Russel F. Weigley, US-Militärhistoriker)

 

"Ich habe erfahren, welche Tugenden, welchen Mut das deutsche Volk besitzt. Bei den deutschen Soldaten, die in großer Zahl starben, kommt es mir kaum auf die Uniform an und noch nicht einmal auf die Idee, die ihren Geist bestimmte. Sie hatten Mut. Sie waren in diesen Sturm losmarschiert unter Einsatz ihres Lebens. Sie haben seinen Verlust für eine schlechte Sache hingenommen, aber wie sie es taten, hat mit der Sache nichts zu tun. Es waren Menschen, die ihr Vaterland liebten und dessen muss man sich gewahr werden."

(François Mitterand, ehemaliger französischer Staatspräsident)

 

"Wir haben in den vergangenen Jahren anhand einer Wanderausstellung erlebt, wie einige die Millionen deutscher Soldaten des zweiten Weltkrieges in braunen, schwarzen und feldgrauen Uniformen in einen Topf geworfen haben. Dergleichen linksextremistische Meinungen sind nicht verboten, sie sind gleichwohl gefährlich."

(Helmut Schmidt, ehemaliger Bundeskanzler in der Welt am Sonntag vom 21.12.1997)

 

"Wir waren damals keine besseren oder schlechteren Menschen als unsere Väter, die 25 Jahre zuvor in den Krieg gezogen waren, oder unsere Nachkommen, die heute über uns urteilen."

(Richard von Weizäcker, ehemaliger Bundespräsident, aus seinen Memoiren "Vier Zeitenerinnerung" über die Verunglimpfung des deutschen Wehrmachtssoldaten)

 

"Kein Zweifel, dass die Deutschen aller Dienstgrade ihr Kriegshandwerk besser als die Briten verstanden haben. Ihre Kenntnis der Waffen, die ihnen zur Verfügung standen und deren Anwendung war in fast allen Fällen überlegen. Sie waren zähe, geschickte , entschlusskräftige und wohl disziplinierte Soldaten. Ihr Standard wurde nur hin und wieder durch einige der britischen Truppen übertroffen."

(Michael Carver, britischer Feldmarschall im 2. Weltkrieg)

 

"Die Leistungen des deutschen Soldaten - vaterlandsliebend, tüchtig, selbstaufopfernd nötigen mir Bewunderung ab."

(Humberto Benedetti Miranda, Generalstabschef der peruanischen Armee im 2. Weltkrieg)

 

"Ich habe große Achtung vor den deutschen Soldaten. Die Deutschen besitzen eine stolze militärische Tradition. Sie haben sich als geschickt in der Kriegskunst erwiesen."

(George Patton, US-Panzergeneral im 2. Weltkrieg)

 

"Ob wir in Afrika, in Italien oder in Frankreich auf die Wehrmacht stießen, immer fanden wir in ihr einen anständigen Gegner. Der deutsche Soldat hat unter Verhältnissen von unvorstellbarer Grausamkeit seiner Gegner ein großes Maß an Zurückhaltung und Disziplin an den Tag gelegt. Was mich betrifft, so bin ich froh darüber. Wenn Europa überhaupt zu verteidigen sein soll, so müssen diese anständigen Soldaten unsere Kameraden werden."

(Reginald T. Paget, britischer Jurist und Verteidiger im Prozess von Manstein)

 

"Die jungen Soldaten Hitlers waren erstklassig ausgebildet und motiviert; sie haben unsere Truppen überall zum Narren gehalten."

W. S. Churchill

 

"Mit meinem herzlichen Dank für seine Hilfe in Arnheim im September 1944, wo durch Absprache der Genannten vom 5. Tage der Schlacht an über 2200 schwerverwundete Briten in Feuerpausen übernommen und so diese Schwerverwundeten vor dem sicheren Tode gerettet wurden. Eine ritterliche Haltung der Waffen-SS gegenüber dem britischen Gegner, wie sie auch in der Krieggeschichte des Zweiten Weltkrieges gewürdigt worden ist."

Der ehemalige Divisionsarzt der 1. britischen Airborn Division widmete seine Erinnerungen dem Divisionsführer der 9. SS-Panzerdivision “Hohenstauffen”, Walter Harzer.

 

"Die Deutschen sind ohne Frage die wunderbarsten Soldaten."

Feldmarschall Lord Alanbrooke, Chef des britischen Generalstabs

 

"Reiste man nach dem Kriege durch die befreiten Länder, so hörte man allenthalben das Lob über das Benehmen des deutschen Soldaten und nur zu oft wenig freundliche Betrachtungen über das Verhalten der Befreiungstruppen."

Sir Basil Liddel Hart, britischer Buchautor und Stratege, 1895 - 1970

 

"Sie waren bemerkenswerte Soldaten - dergleichen werden wir niemals wiedersehen."

Michael Reynolds (Generalmajor der brit. Armee) über die Soldaten des I. SS-Panzerkorps (1. SS-Panzerdiv. LSSAH und 12. SS-Panzerdivision HJ) während der Abwehr der alliierten Invasion.

 

"Mir hat der Katalog (zur Wehrmachtsausstellung) gereicht. Schon der ist allzu einseitig. Es gibt Leute, die einen gewissen autosuggestiven Masochismus gegenüber dem eigenen Land für ihre Aufgabe halten. Dazu gehört Hannes Heer ..., dazu gehört Jan Philipp Reemtsma. Das gibt es in jedem Land ..."

Helmut Schmidt in Süddeutsche Zeitung vom 23.12.1998 auf die Frage: Finden Sie Ihre Erlebnisse als Soldat in der Wehrmachtsausstellung wieder?

 

     W.K.                                                                                     10.05.2017

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             Post Scriptum

Der nachfolgende Leserbrief erschien am 12.05.2017 unter der Überschrift “War Adenauer auch ein Rechtsextremist?” in der FAZ. Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers habe ich ihn hier eingestellt:

Die Worte der Verteidigungsministerin über die Bundeswehr und am 3. Mai über die Wehrmacht sind eine Beleidigung für eine ganze Generation. Wenn die Ministerin behauptet, die Bundeswehr habe nichts, aber auch gar nichts mit der Wehrmacht gemein, außer einigen Widerstandskämpfern, dann kann ich diese herabwürdigenden Worte im Namen meiner Vorfahren (Vater, Onkel, Cousins) nicht unwidersprochen hinnehmen.Man muss sich fragen, in welcher Vorstellung Ursula von der Leyen lebt. Ist die Bundeswehr bei ihrer Gründung aus dem heiteren Himmel gefallen? Offiziere, Unteroffizier und Mannschaften der Wehrmacht haben die Bundeswehr aufgebaut. Der Generalinspekteur der Luftwaffe Steinhoff war ein bekannter Jagdflieger mit 176 Abschüssen. Der Minister und Vizekanzler Mende trug seine Wehrmachtsauszeichnungen bei gegebenen Anlässen, für Anwesende kein Grund der Empörung. Bundeskanzler Schmidt und Bundespräsident von Weizsäcker waren Offiziere der Wehrmacht. Auch im einst feindlichen Ausland findet die Wehrmacht Anerkennung. Mein französischer Nachbar erlebte die Wehrmacht als Besatzung und sagte mir einst: "Ihr habt uns mit euren Soldaten regiert, aber sie haben sich anständig benommen, besser als die Amerikaner, die als Befreier kamen”. Die meisten Großväter oder Urgroßväter der heutigen Soldaten waren Angehörige der Wehrmacht. Warum sollen sie nicht Vorbild ihrer Enkel sein? Bundeswehrangehörige pflegen freiwillig Kriegsgräber ihrer gefallenen Kameraden der Wehrmacht. Welche Persönlichkeiten in der Bundeswehr sind bekannt geworden, die sich als Vorbilder in Kriegseinsätzen bewährt haben? Vorbildliche Leistungen bei den vielen Auslandseinsätzen finden nicht den Weg in die Öffentlichkeit, nur die Problemfälle, die es in jeder Armee gibt, werden hochgespielt. Die als martialisch beschriebene Zeichnung eines Wehrmachtssoldaten ist nichts als die Realität eines jeden Soldaten im Kampfeinsatz. Was ist daran so empörend? Nach den Worten der Verteidigungsministerin müsste auch Adenauer als rechtsextrem zur Rechenschaft gezogen werden, denn er sagte am 3. Dezember 1952 im Bundestag: "Ich möchte heute vor diesem Hohen Hause im Namen der Bundesregierung erklären, dass wir alle Waffenträger unseres Volkes, die im Namen der hohen soldatischen Überlieferung ehrenhaft zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft gekämpft haben, anerkennen. Es muss unsere gemeinsame Aufgabe sein, und ich bin sicher, wir werden sie lösen, die sittlichen Werte des deutschen Soldatentums mit der Demokratie zu verschmelzen. Der kommende deutsche Soldat wird nur dann seiner deutschen und europäischen Aufgabe gerecht werden, wenn er von den Grundprinzipien erfüllt ist, auf denen die Ordnung unseres Staates ruht. Diese Ordnung sichert zugleich die ethischen Werte des Soldaten vor erneutem Missbrauch." Am 17. Dezember ergänzte er: "Einer Anregung nachkommend, teile ich mit, dass die von mir in meiner Rede vom 3. Dezember 1952 vor dem Deutschen Bundestag abgegebene Ehrenerklärung für die Soldaten der früheren deutschen Wehrmacht auch die Angehörigen der Waffen-SS umfasst, soweit sie ausschließlich als Soldaten ehrenvoll für Deutschland gekämpft haben."

Dem ist nichts hinzuzufügen!

PROFESSOR DR. JÜRGEN BUSSIEK, MANDELIEU, FRANKREICH

    W.K.                                                     18.05.2017

 

Am 17.05.2017 erschien auf der ersten Seite der FAZ ein lesenswerter Artikel von Reinhard Müller mit dem Titel “Angriff auf eine Armee mit Tradition”. Als erstes weist der Autor daraufhin, daß das Wachbatallion dem neuen Französischen Präsidenten bei dessen Empfang in Berlin die Wehrmachtsutensilie Karabiner 98K präsentierte und fragt ironisch, ob dieser Karabiner, mit dem Millionen deutsche Soldaten gekämpft hatten, dem Widerstand gegen Hitler gedient hätten !!? Wenn heute rauher Umgangston in der Ausbildung oder ein Marsch bis zur Erschöpfung als Schikane und als unmenschlich gelten, meint der Autor, könnte es bald mit Frieden und Freiheit vorbei sein. (Ich füge hinzu: Ich habe eine superbeinharte Ausbildung in der Infanterie der Wehrmacht erfahren.  Wir spürten damals, daß unsere Ausbilder uns mit väterlichem Wohlwollen peinigten. Es galt: Schweiß spart Blut. Ich habe dem mein Überleben zu verdanken.) Reinhard Müller führt in seinem Artikel neben vielem anderen weiter aus, die de facto-Abschaffung der Wehrpflicht habe zu der Illusion geführt, die Bundeswehr sei ein Betrieb wie jeder andere. Sie sei aber eine Armee mit einer langen Tradition. Persönliche Tapferkeit und hervorragende Truppenführung in der Wehrmacht können (WK.: und ich füge hinzu müssen !) auch heute noch anerkannt werden. “Der Bildersturm stellt die Soldaten der Bundeswehr unter einen haltlosen Generalverdacht”, ist ehrverletzend.  

W.K.                                                           18.05.2017

 

In den Tagen nach der Pauschalkritik der Bundesverteidigungsministerin an der Bundeswehr hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) mit Soldaten im Mannschaftsrang, mit Unteroffizieren und Offizieren gesprochen und die Ergebnisse in einem ebenfalls sehr lesenswerten Artikel zusammengefaßt. Dieser erschien am 16. 05.2017 mit dem Titel “Die Grenzen der Loyalität”. Darin heißt es unter anderem, viele Soldaten fühlten sich verunglimpft und nicht ernst genommen. Die Ministerin werde so verstanden, daß die Bundeswehr ein Unternehmen wie jedes andere und der Soldatenberuf ein solcher wie jeder andere seien. Dem wird entgegengehalten: “Es gibt kein Unternehmen, das seine Mitarbeiter verpflichtet, im Notfall ihr Leben und ihre Gesundheit auf Spiel zu setzen”. Die für das Vaterland gegebenenfalls kämpfen wollen, die im Militärdienst ihre Erfüllung sähen, für die Soldat kein Beruf sondern eine Berufung bedeute, seien das Herz der Bundeswehr. Soviel zum Tenor dieses Artikels.

W.K.                                                           19.05.2017

 

Am 20170517 erschien in der FAZ ein Leserbrief von Herrn Dr. Hans-  Georg Schultz-Gerstein mit der Überschrift “Wird Clausewitz nun auch entsorgt?” den ich mit freundlicher Zustimmung des Autors hier unverändert folgen lasse:

Mit einer nur knappen Notiz meldet Ihre Zeitung am 12. Mai, die Bundeskanzlerin wolle nicht zur Wehrpflicht zurückkehren, weil die Bundeswehr (nach deren überstürzter Aussetzung) nunmehr "Kontinuität" brauche. Im selben Atemzug stärkt sie der Verteidigungsministerin den Rücken, die im Begriff ist, den Streitkräften militärische und soldatische Kontinuität zu entziehen. Dieser Widerspruch folgt der Linie dieser Kanzlerin, sich schnell zu wenden und anzupassen, wo sie die Mehrheit der Deutschen hinter sich zu wissen glaubt. Dass unser Land auch gestaltet werden muss , gehört leider nicht zum politischen Repertoire und Willen von Angela Merkel.

Die Regierungschefin und ihre Verteidigungsministerin berauben die Bundeswehr ihrer Bedeutung, ihres Gewichts und ihrer Identität als wirksames politisches Instrument zur Verteidigung von Recht und Freiheit und deutscher Interessen in der Welt, einerseits, weil die Wurzeln einer Berufsarmee die Staatsbürger kaum noch erreichen, und andererseits, weil mit der Wehrmacht auch Clausewitz und andere vorbildliche Strategen gleich mitentsorgt werden. Waren nicht die Väter der Inneren Führung ebenfalls Wehrmachtsoffiziere? Es ist kaum zu glauben, wie beide Spitzenpolitikerinnen derartig undifferenziert und untergewichtig eine der wichtigsten Institutionen des Staates politisch behandeln.

Es scheint mir höchste Zeit zu sein, "das Volk" daran zu erinnern, dass unser Land und auch die Bundeswehr nicht von populistischem Protest, sondern vom Einsatz, den Leistungen und der Unterstützung seiner Staatsbürger getragen werden. Statt die Wehrpflicht leichtfertig beiseitezuschieben, sollte die Bundeskanzlerin deshalb nachhaltige Nähe der Bürger zum Staat herstellen, indem sie für Mehrheiten kämpft, die dafür sorgen, dass Männer und Frauen verpflichtet werden, ein Jahr dem Staat und der Allgemeinheit zu dienen.

DR. HANS-GEORG SCHULTZ-GERSTEIN, OBERST D. R. UND PRÄSIDENT A. D. DER HELMUT-SCHMIDT-UNIVERSITÄT DER BUNDESWEHR, HAMBURG

W.K.                                                                                                 19.05.2017

 

Am 17.05.2017  erschien in der FAZ ein Leserbrief mit dem Titel “Respekt für Ursula von der Leyen” von Frau Christel Mindach. Der bisher einzige, mir bekannte dieser Art. Die Verfasserin wendet sich gegen den oben eingestellten Leserbrief von Herrn Prof. Dr. Bussiek, und zwar mit Argumenten zu NS-Zeit, dem 2. Weltkrieg und zur Institution Deutsche Wehrmacht, die die sogenannten Achtundsechziger eingeführt haben. Diese setze ich als allgemein bekannt voraus, ihre Fehlerhaftigkeit ebenso. Am Ende ihrer Darlegung führt die Verfasserin aus, es gehe darum, “welches Geschichtsbild wir heute den Nachgeborenen vermitteln wollen”. Die Frage kann sich m.E. nicht stellen, weil es nicht mehrere Geschichtsbilder zur Auswahl nach persönlichem Geschmack gibt. Den Nachgeborenen kann und darf nur eines vermittelt werden: die Wahrheit. Der Unwahrheit ist in jedem erdenklichen Zusammenhang entgegenzutreten, auch in dem hier vorliegenden. Dabei kommt mir meine persönliche Erfahrung als noch lebender ehemaliger Wehrmachtsangehöriger und Kriegsteilnehmer vielfach und oft zugute.

W.K.                                                             19.05.2017

 

Am 20.05.2017 erschien in der FAZ ein Leserbrief mit dem Titel “Widerstandskämpfer in Wehrmachtsuniform” von Bodo-Christian Kott, Siegen. Der Autor weist darauf hin, daß die Männer des 20. Juli 1944 auf ihren Uniformen den NS-Reichsadler tragen, der in seinen Fängen das Hakenkreuz hält und ob man solche Bilder aus den Kasernen der Bundeswehr deshalb entfernen müsse oder ob man sich mit einer Retusche begnügen könne, die das Hakenkreuz durch den Bundesadler ersetzt? Eine Frage, in der sich “die ganze Absurdität der rückwärtsgewandten Bereinigung der Geschichte” offenbare.

W.K.                                                                 26.05.2017

 

Am 20.05.2017 erschien in der FAZ ein hintergründiger Leserbrief von Herrn Dr. Arndt mit dem Titel “Ersetzen bitte”, den ich mit Genehmigung des Verfassers unverändert wiedergebe:

Zum Beitrag “Von der Leyen will Bundeswehr reformieren" (F.A.Z. vom 11. Mai): Die Säuberungen aller Bundeswehr-Liegenschaften von Wehrmachts-Devotionalien und die geplante Umbenennung von Kasernen, die die Namen von Wehrmachtssoldaten tragen, können nur ein erster Schritt sein. Bitte hier ganz rigoros vorgehen, auch wenn unsere Verbündeten angesichts der Bilderstürmerei den Kopf schütteln: Die nach Generalleutnant Graf von Baudissin benannte Kaserne in Hamburg, die Teile der Führungsakademie beherbergt, bitte mit einbeziehen. Dieser ist zwar Mitbegründer der Inneren Führung, war aber als Stabsoffizier der Wehrmacht leider kein Widerstandskämpfer. Gleiches muss auch für die nach dem ersten Generalinspekteur der Bundeswehr, General Heusinger, benannte Kaserne im Ausbildungszentrum der Infanterie in Hammelburg gelten. Dieser war zuvor unter anderem als Wehrmachts-General für die Partisanenbekämpfung im Osten mitverantwortlich und mithin auch kein Widerstandskämpfer. Vielmehr stand er neben dem Menschheitsverbrecher, als Stauffenbergs Bombe in der Baracke explodierte.

Wenn das erledigt ist, bitte Adenauers Ehrenerklärung von 1952 für die Soldaten der Wehrmacht zurücknehmen. Wer im Vernichtungskrieg Soldat sein musste, der hat seine Ehre automatisch eingebüßt, auch ohne an Kriegsverbrechen beteiligt zu sein. Dem Berliner Wachbataillon ist der Wehrmachts-Karabiner 98K zu entziehen, den es bei Staatsempfängen zum Präsentieren benutzt. Die Flecktarnuniform, welche sich doch zu sehr am Tarnmuster der Wehrmacht orientiert, muss ausgetauscht werden, ebenso der Helm und auch die Kragenspiegel bis hin zu denen der Generale. Sie sind mit denen der Wehrmacht identisch. Das schwere Maschinengewehr ist bis auf leichte Modifikationen identisch mit dem Modell von 1942. Ersetzen bitte! Die Panzer Puma, Marder und Leopard bitte umbenennen, sie stehen in der Tradition von Panther, Tiger und Königstiger. Das Eiserne Kreuz ist als Hoheitsabzeichen nicht weiter tragbar, da von einem absoluten Herrscher gestiftet und in drei Angriffskriegen diskreditiert. Das Brauchtum bis hin zum Großen Zapfenstreich ist einer Revision zu unterziehen.

Diese und weitere Maßnahmen werden sicher das diagnostizierte Haltungsproblem in der Truppe beheben und die Soldaten in die Lage versetzen, zu kämpfen, zu töten und zu sterben, wie man das von ihren Vorvätern verlangte, die diesbezüglich kein Vorbild mehr sein dürfen.

DR. MARCO ARNDT, BONN

 

Am 20.05.2017 erschien ein gemeinsamer Leserbrief der Generale von Ondarza und Hansen, den ich mit freundlicher Genehmigung der Autoren nachfolgend in unverändertem und vollständigen Wortlaut wiedergebe. Beide waren nicht Angehörige der Wehrmacht, beide bekleideten in der Bundeswehr zu verschiedenen Zeiten das Amt des Inspekteurs des Heeres und waren bis zur jeweiligen Pensionierung Oberbefehlshaber Allied Forces Central Europe:

Alle, die ehrenhaft gekämpft haben

Zu den Berichten über die Traditionspflege in der Bundeswehr: In der 42. Sitzung des deutschen Bundestages, am 3. Dezember 1952, erklärte der damalige Bundeskanzler, Dr. Konrad Adenauer, in der Debatte über die deutsche Wiederbewaffnung: “Ich möchte vor diesem Hohen Hause im Namen der Bundesregierung erklären, dass wir alle Waffenträger unseres Volkes, die im Namen der hohen soldatischen Überlieferung ehrenhaft zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft gekämpft haben, anerkennen."

Mit dieser Erklärung hat Adenauer einen eindeutigen Trennstrich zwischen die Wehrmacht und die Soldaten, die in ihr im Krieg gedient haben, gezogen. Das heißt, nicht die Wehrmacht als Instrument der nationalsozialistischen Diktatur kann traditionsstiftend für unsere Bundeswehr sein, sehr wohl aber der einzelne Soldat, der in der Wehrmacht ehrenhaft gedient hat. Zum Maßstab für die Auswahl traditionswürdiger Soldaten hat der Bundesverteidigungsminister Volker Rühe am 13. März 1997 in einer Debatte des Deutschen Bundestages unter anderem grundsätzlich zu der Thematik ausgeführt: Tradition ist die bewusste Auswahl von Ereignissen und Menschen, von Haltungen und Taten, die beispielgebend sind. Die Werteordnung des Grundgesetzes ist dafür Orientierungsrahmen. Ein solches Verständnis lässt Raum, vorbildliche soldatische Haltung und hervorragende militärische Leistungen aus allen Epochen der deutschen Militärgeschichte in die Tradition der Bundeswehr zu übernehmen."

Diese grundsätzlichen Ausführungen zweier politischer Amtsträger sollten Maßstab für politisch verantwortungsvolles Handeln in der gegenwärtig diffusen Diskussion über die Traditionspflege der Bundeswehr sein und nicht tagespolitisch opportunistischer Aktionismus. HENNING VON ONDARZA, GENERAL A. D. BONN DR. HELGE HANSEN, GENERAL A. D. KOBLENZ

W.K.                                                                                           06.06.2017

 

Am 22.5.2017 erschien in der FAZ ein Leserbrief von Manfred Brunner, München mit dem Titel “Persönliche Tapferkeit”, den ich mit freundlichem Einverständnis des Autors nachfolgend unverändert wiedergebe:  Zu “Angriff auf eine Armee mit Tradition", (F.A.Z. vom 17. Mai): Reinhard Müller schreibt in seinem Kommentar: “Persönliche Tapferkeit oder auch eine hervorragende Truppenführung können  auch heute noch anerkannt werden. Dafür wurde das Ritterkreuz verliehen”.  So sah das  bereits der erste Bundespräsident des neuen Deutschlands, Theodor Heuss. Wie in dessen Biographie von Peter Merseburger (S. 526/527) wieder in Erinnerung gerufen wird, forderte der Bundespräsident 1958 den FDP-Fraktionsvorsitzenden Erich Mende mit den Worten “Da müssen Sie ein Vorbild sein" auf, das Ritterkreuz bei einem Staatsempfang zu tragen. Auf das Zögern Mendes hin fuhr Heuss fort: “Soldatische Tapferkeit wird nicht durch das System geschmälert, unter dem sie erbracht wurde." Als früherer Präsident der Thomas-Dehler-Stiftung möchte ich in diesem Zusammenhang auch an die Forderung erinnern, die Dehler als erster Bundesjustizminister der Bundesrepublik erhoben hat und die bei ihm als von den Nationalsozialisten Bedrängten und Verunglimpften besonderes Gewicht hatte: “Wer Verbrechen begangen hat, wird vor Gericht gestellt. Aber ansonsten Schluss mit der Naziriecherei." Sollte Bundesministerin von der Leyen kein Gespür für das Empfinden großer Liberaler haben, möge sie zumindest die Aussagen Mitterrands, Eisenhowers und Adenauers über die Soldaten der Wehrmacht nachlesen, die im Verteidigungsministerium, so ist zu hoffen, noch keiner Archivbereinigung zum Opfer gefallen sind. MANFRED BRUNNER, MÜNCHEN

W.K.                                                                     02.06.2017

 

Am 23.05.2017 wurde in der FAZ ein Leserbrief mit der Überschrift “Die Tradition einer Mörderarmee” von Dieter Schembera, Waiblingen veröffentlicht. Diesen hätte ich gerne im vollständigen, unveränderten Wortlaut hier eingestellt. Leider habe ich keine Post-, Telefon- oder e-mail-Adresse des Autors ausfindig machen können. Daher war eine Anfrage wegen der Zustimmung des Verfassers nicht möglich. Ich beschränke mich daher auf die Benennung und Kommentierung einiger Einzelheiten (durch Kursivschrift gekennzeichnet) seiner Darstellung.  ----            “.... handelt es sich doch um die Tradition einer Mörderarmee”. Demnach haben wir es mit ca. 18,2 Millionen Mördern zu tun, von denen ca. 5,3 Millionen ihr Mörderleben verloren haben. Eine ungehörige, geschmacklose Verunglinpfung, die ich für meine Person als ehemaliger Wehrmachtsangehöriger und Kriegsteilnehmer und namens der übrigen Mörder zurückweise. Hoffentlich hat der Schreiber unter Vätern, Großvätern oder Urgroßvätern keine Mörder, sonst würde er gegebenenfalls als Mördernachkomme eingeordnet werden müssen. ------  “.... eine Mörderarmee, die ..... letztlich unter großen Opfern der Befreier besiegt wurde”. Zur Befreiung Winston Churchill: ‘Sie müssen sich darüber im klaren sein, daß dieser Krieg nicht gegen Hitler oder den Nationalsozialismus geführt wird, sondern gegen die Kraft des deutschen Volkes, die man für immer zerschlagen will, gleichgültig, ob sie in den Händen Hitlers oder eines Jesuitenpaters liegt.’ [Emrys Hughes, Winston Churchill – His Career in War and Peace”, S. 145]. Wer das, was Herr Schembera Befreiung nennt, erlebt hat, nimmt die Vokabel, jedenfalls in diesem Zusammenhang, nicht mehr in den Mund. ------  “Die gescheiterten Brandstifter und Verlierer auf Gedenkbildern in den Kasernen als Helden verehren?”  Krieg geführt hat nicht die Deutsche Wehrmacht sondern das Deutsche Reich, das sich hierzu seiner Streitkräfte bediente, wie das seit Jahrtausenden alle Staaten und staatsähnliche Gebilde getan haben. Die Brandstifter saßen und sitzen nicht in den Streitkräften sondern in der Politik. Analog verhält es sich mit den Verlierern. Die weltweite Bewunderung für die soldatischen Leistungen und die Führungsqualitäten der Wehrmachtsangehörigen ist zur Genüge dokumentiert und niemand kann mit Sicherheit ausschließen, daß solches künftig wieder einmal dringend gebraucht wird. ------- “Daß die Bundeswehr immer noch mit üblen Resten braunen Gedankenguts infiziert ist.... “. Das was der Leserbriefautor für braunes Gedankengut hält, ist nicht braun, vielmehr durch keine Farbe gekennzeichnet, weil schon lange existent, bevor es braun gab. Wenn nun schon die Rede von Farben ist: Mich beunruhigt eine ganz andere, nämlich rot. Nicht bei der Bundeswehr sondern im ganzen Land in vielfach gut getarnter Form und sogar salonfähig als subchronische Infektion vorliegend. Das regt offenbar nur wenige auf. Am Ende seines Leserbriefes gibt Herr Schembera noch eine Empfehlung ab, nämlich: “Dass die Bundeswehr immer noch mit üblen Resten braunen Gedankenguts infiziert ist, erklärt sich vor allem dadurch, dass diese nicht von Grund auf entnazifizicit wurde, sondern ganz im Gegenteil renazifiziert. Siehe hierzu insbesondere Jens Scholten in “Hitlers Eliten nach 1945" (Herausgeber Norbert Frei, Frankfurt am Main, 2001, Campus Verlag) mit seinem Beitrag “Offiziere: Im Geiste unbesiegt". Dem Autor und auch der Verteidigungsministerin als Vademecum wärmstens  empfohlen”. Leider ist das empfohlende Vademecum eine Darstellung aus der Sicht der sogenannten Achtundsechziger, denen die Auffassungen von Karl Marx, formuliert im dialektischen und historischen Materialismus, summarisch auch Marxismus oder DiaMat genannt, in den Köpfen herumspuk(t)en und den Blick für die Wirklichkeit verstellten; Linksxtremismus in Reinkultur. Kein Beitrag zur Wahrheitsfindung.

W.K.                                                                     15.06.2017

 

Am 23.05.2017 erschien in der FAZ ein Leserbrief von Hanno Graf von Kielmannsegg mit dem Titel “Bundeswehr ohne Tradition nicht möglich”. Der Verfasser, Jahrgang 1936, Generalmajor der Bundeswehr a.D. , war nicht Wehrmachtsangehöriger. Eine Kontaktadresse habe ich nicht aufgefunden. Deshalb nur soviel: Der Autor befürchtet, daß Frau von der Leyen das innere Wesen der Armee und ihre besonderen Aufgaben bis hin zum töten und sterben, wie das Gesetz es befielt, nie wirklich begriffen habe. Nicht einmal die Siegermächte hätten die Deutsche Wehrmacht als verbrecherische Organisation verurteilt. Die an Exorzismus grenzende Hexenjagd auf alles, was an die Wehrmacht erinnern könnte, müsse aufhören. Die Bundeswehr sei ohne ihre Vorgängerarmeen und eine Tradition, die hinter 1955 zurückreicht. nicht denkbar. HANNO GRAF VON KIELMANNSEGG

W.K.                                                                   17.06.2017                                                                   

Am 24.05 2017 erschien in der FAZ ein Leserbrief mit dem Titel “Zur Geschichtslosigkeit verdammen?” den ich mit freundlicher Erlaubnis des Autors unverändert einstelle: “Zur Glosse “Exorzismus" (F.A.Z. vom 10. Mai): Diesem Kommentar kann ich als alter Soldat der Bundeswehr nur voll zustimmen. Allerdings macht die F.A.Z. bei den digitalen News denselben Fehler, indem dort festgestellt wird, in der Kaserne in Illkirch seien “Wehrmachtssoldaten in Heldenposen" als Wandmalerei zu sehen. Der dort beigefügte Videoclip widerlegt das bei näherem Hinschauen. Er zeigt kaiserliche Soldaten mit Pickelhaube (!) und daneben einen Wehrmachtssoldaten mit umgehängtem Maschinengewehr in einer vereinfachten, leicht stilisierten Darstellung. Der unbekannte Maler oder sein Auftraggeber zeigen so auf einer Wand einen Querschnitt durch die Militärgeschichte zweier Jahrhunderte. Ja wollen wir denn durch die Ausmerzung aller auch unliebsamen Erinnerungen an die Wehrmacht  unsere Soldaten zu einer Geschichtslosigkeit verdammen ? Wahrhaftig ein “Exorzismus", der die innere Führung der Bundeswehr neu bestimmen soll. Die überaktive Ministerin hat ja bereits eine Überarbeitung des Traditionserlasses und anderer entsprechender Vorschriften angekündigt. ALBRECHT DINKEL, OBERSTLEUTNANT A. D., BREY/RHEIN

Ausgelöst durch die öffentliche Erörterung um Rechtsextremismus und Traditionspflege in der Bundeswehr hatte Oberstleutnant Dinkel bereits einen kritischen Leserbrief verfaßt, der in der FAZ vom 11.05.2017 veröffentlicht wurde und den ich nachfolgend mit Einverständnis des Verfassers unverändert wiedergebe:

                                 Volk und Armee

Selten äußern sich aktive Offiziere zur Lage der Bundeswehr in den Medien. Die F.A.Z. brachte da eine rühmliche Ausnahme durch den Artikel eines aktiven Majors. Ihr treffender Kommentar “Arme Armee" (F.A.Z. vom 2. Mai) veranlasst mich, auf das Kernproblem faktische Abschaffung der Wehrpflicht, den “Sündenfall" dieser Regierung, hinzuweisen. Hieraus resultieren gleich drei Problemfelder: Die lebendige Verbindung zwischen Volk und Armee wurde abgeschnitten. Ich sage bewusst Volk, denn verfassungsrechtlich sind Staatsvolk, Staatsgewalt und das Recht zur Verteidigungeng miteinander verknüpft. Der “Staatsbürger in Uniform" fand in der Wehrpflicht seine stärkste und glaubwürdigste Ausprägung! Vergessen hat die Regierung und das Parlament, dass die Wehrpflichtigen das beste Reservoir zur Gewinnung von Nachwuchs waren und zugleich die Millionen an Reservisten ein hohes strategisches Gewicht für den Krisenfall darstellten. Vergessen wurde auch, dass die Wehrpflichtigen in allen Einheiten ein natürliches Kontrollinstrument dafür waren, dass Ungerechtigkeiten und Exzesse von Vorgesetzten ruchbar wurden! Dass Berufsarmeen zu einer Lagermentalität und Abkapselung von der Zivilgesellschaft führen können, das hätte man schon zuvor wissen können und müssen. Dass die Medien und die Politik zumal in Wahlkampfzeiten dazu neigen, eher über Missstände zu berichten, bringt die Truppe noch mehr ins Abseits. Die Anerkennung für den Dienst eines Berufssoldaten war vor 30, 40 Jahren in der Gesellschaft höher als heute, denn wir genossen wenigstens den Respekt der kriegsgedienten Soldaten, die noch eine Vorstellung von einer Armee hatten.Im Ausland habe ich von den Vereinigten Staaten bis Frankreich eine höhere Respektierung meines Dienstes erlebt als im eigenen Vaterland. Eingetreten 1958, unter schwierigsten politischen Bedingungen schien es später zu gelingen, die Bundeswehr in der Gesellschaft zu verankern. Als Jugendoffizier konnte ich in offenen Diskussionen Tausende junger Menschen erreichen, als Offizier in den staatsbürgerlichen Unterrichten ebenfalls Tausende junger Wehrpflichtiger und freue mich heute am Aufstieg dieser Ehemaligen in Wirtschaft, Politik und Medien. Heute steht die Bundeswehr abseits am Rande der Gesellschaft, viel kritisiert, oft einfach ignoriert. Und da will man die Soldaten immer noch motivieren, für ihr Land nach Afghanistan oder Mali zu ziehen? Werden höhere Verteidigungsausgaben von der Nato und den Vereinigten Staaten gefordert, sagt Minister Gabriel: “Wir brauchen keinen Flugzeugträger!", wiewohl er wissen müsste, dass von den Großgeräten, Flugzeugen, Hubschraubern kaum eines einsatzbereit ist. Um unser Großgerät nach Mali zu fliegen, musste uns die Ukraine zu Hilfe kommen. ALBRECHT DINKEL, OBERSTLEUTNANT A. D., BREY/RHEIN

W.K.                                                                                         16.06.2017

 

Kampftruppen brauchen Vorbilder” lautet die Überschrift eines Leserbriefs von Oberstleutnant a.D. Günter Pawlitzki, der am 24.05. 2017 in der FAZ erschien. Leider keine Kontaktadresse bekannt. Deshalb nur soviel: Freiheit und unsere Art zu leben können nur erhalten bleiben, wenn sich junge Männer finden, die bereit sind, dafür zu kämpfen und zu sterben. Die soldatischen Tugenden und die Führungskunst der Kommandeure der Deutschen Wehrmacht nannten unsere ehemaligen Feinde bewundernswert. Je länger der Zweite Weltkrieg zurückliegt, desto schein-moralischer gebährden sich die in Freiheit und Wohlstand aufgewachsenen Nachkommen. Es sei inakzeptabel, Millionen von Soldaten die Ehre zu nehmen, gefallenen, gestorbenen und noch lebenden, indem man feststellt, die Wehrmacht dürfe in keiner Form für die Bundeswehr traditionsstiftend sein. GÜNTER PAWLITZKI, RAIN AM LECH.

W.K.                                                             17.06.2017

 

Am 12.06.2017 erschien in der FAZ ein Lesernrief mit dem Titel   “Ein Vermächtnis der Wehrmacht”, den ich mit freundlicher Genehmigung des Autors unverändert wiedergebe: Zu den Beiträgen über den Bundeswehrskandal: Die absurde Verleugnung jeglicher Traditionsbande zwischen Bundeswehr und Wehrmacht, wie von der Verteidigungsministerin verordnet, ist in der F.A.Z. dankenswerterweise klar und deutlich zur Sprache gebracht und in Zuschriften berufener Leser ergänzend ins rechte Licht gerückt worden.Die Thematik ruft bei mir, der ich in der noch jungen Bundeswehr von 1960 bis 1962 als Wehrpflichtiger eine Reserveoffiziersausbildung durchlaufen hatte, eine Erfahrung in Erinnerung, welche die Ungereimtheit des Standpunkts der Ministerin nur unterstreicht. Das Stichwort heißt “Auftragstaktik". Sehr verkürzt wiedergegeben, der Einfachheit halber “genderneutral": Bei der Auftragstaktik werden jedem Führer nur Aufträge erteilt, und es wird allein in sein Ermessen und seine Urteilsfähigkeit gestellt, w i e er diesen Auftrag ausführt. Dabei wird unterstellt, dass jeder Führer auf seiner Kommandoebene die Führungskompetenz besitzt, die er benötigt, um über das Wie der Ausführung eigenständig zu entscheiden - der Truppführer genauso wie der Armeekorps-Kommandeur. Das Gegenteil der Auftragstaktik ist die “Befehlstaktik", noch heute stark verbreitet unter anderem bei den amerikanischen Streitkräften. Bei ihr werden denkbare Situationen simuliert, und die gebotene Handlung wird programmiert, eingepaukt, das heißt vorgegeben, eben: befohlen. Dabei wird übersehen, dass die Realität auf dem Gefechtsfeld eine unendliche Vielzahl an Situationsvarianten bereithält. Die aber lassen sich mit noch so viel Mühe nicht im Vorhinein einüben. Tritt eine solche unvorhergesehene (weil unvorhersehbare) Situation ein, steht der Führer ihr unvorbereitet und deshalb oft hilflos gegenüber. Man muss nicht fragen, welche der beiden Führungsmethoden die tauglichere ist. Die Auftragstaktik, vom Preußischen Generalstab einst entwickelt, in der Wehrmacht strenger angewandt als je zuvor, wurde uns Offiziersanwärtern als ein Dogma gelehrt, das zu verletzen einem Sakrileg gleichkam. Ein Verstoß wurde mit einem förmlichen Verweis geahndet. Im Wiederholungsfall war der Entzug der Offiziersanwärterschaft sicher. Es waren kriegserfahrene, dekorierte Frontoffiziere der Wehrmacht, die - fest auf dem Boden der Inneren Führung stehend, mit einem starken Glaubwürdigkeitsfundus - uns Soldaten der frühen Bundeswehr diese eisernen Führungsprinzipien gleichsam als ein Vermächtnis der Wehrmacht vermittelten. In der Erinnerung dessen liegt, wie ich meine, ein weiterer Beleg für das Irren der Ministerin. DIETER SCHLATERMUND, BAD SODEN

W.K.                                                                                         26.06.2017

 

Am 27.06.2017 veröffentlichte die FAZ ein umfangreiches und sehr lesenswertes Interview mit Generalmajor a.D. Christian Trull,  der, 1946 geboren, nicht Wehrmachtsangehöriger war. Neben vielen anderen gewichtigen Einzelheiten konstatiert der General, ihm sei in 42 Dienstjahren in der Bundeswehr kein Fall von Rechtsextremismus begegnet. Die Wehrmacht sei Teil der Geschichte der Bundeswehr allein deshalb, weil 1966 bei seinem Eintritt in die Bundeswehr alle Vorgesetzten vom stellvertretenden Batallionskommandeur an bis hin zu den Inspekteuren ehemalige Wehrmachtsoffiziere waren. Die haben die Bundeswehr aufgebaut !! Auch ältere Unteroffiziere hatten in der Wehrmacht gedient. Verteidigungsminister Rühe habe festgestellt, die Wehrmacht als Institution könne keine Tradition begründen, der einzelne Soldat, der tapfer und anständig gekämpft habe, sehr wohl. -- Soldaten benötigten Vorbilder, die auch selbst gekämpft haben, um für Einsatz und Gefecht motiviert, vorbereitet zu sein, das Gefecht zu überstehen.  Sämtliche Wehrmachtsangehörige pauschal zu verurteilen sei ungerecht und unhistorisch. Militärische Verbände ließen sich mit einem Federstrich auflösen, militarische Traditionen nicht. Der Soldat müsse sich an Werte halten, die von der Zivilgesellschaft vielfach in der Illusion der möglichen Gerwaltlosigkeit abgelehnt werden. Frau von der Leyen könne damit scheitern, “weil sie nicht erkannt hat, was das eigentliche Wesen des Soldaten ist”.  

Dieses Interview empfehle ich vollumfänglich als Vademecum für alle Beteilgten und Interesssierten.

W.K.                                                       28.06.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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