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Danksagung

Dr. Wolfgang Klein


 

Danksagung anläßlich der Verleihung der Günther Kurow-Medaille durch die Berliner Diabetesgesellschaft am 24. März 2006

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich bekenne freimütig, daß mir ein letzter Rest von Eitelkeit verblieben ist, der es ermöglicht, mich über zuteil gewordene Anerkennung oder gar Ehrung zu freuen. Liebe Frau Schirop, bitte nehmen Sie meinen Dank an die Gesellschaft entgegen. Ich habe gar nicht gewußt, daß ich hier etwas bewegt haben soll, war immer von dem Gefühl getragen und manchmal getrieben, nicht genug zu leisten.

Meine Damen und Herren,

lassen Sie mich bei dieser Gelegenheit auch sagen, daß Günter Kurow und ich 3 1/2 Jahrzehnte hindurch Weggefährten waren. Und: Es gibt weitere, erhebliche Dankesschuld, zu der ich mich gerne heute und hier bekennen möchte. Bitte schenken Sie mir dazu Ihre Aufmerksamkeit.

Am 15. Juni 1945 wurde ich aus königlich britischer Kriegsgefangenschaft entlassen.

Mehrmonatige Zwischenstation bei Verwandten in der Lüneburger Heide, Tätigkeit als Land- und Waldarbeiter. Im Forst sollte ich Vorarbeiter werden, was ich 2 Jahrzehnte später - allerdings bei einem anderen Arbeitgeber - denn ja auch wurde.

Rückkehr nach Berlin im Februar 1946. Ich hatte als Kriegsteilnehmer zwar den sog. Reifevermerk, wollte aber lieber ein richtiges Abitur machen, ging deshalb noch einmal zur Schule

Mein Klassenlehrer aus Sexta war derselbe, der mich zum Abitur führte. Er sagte mir später einmal: Ihr wart ein einmalig lernwütiger Haufen. In 1 1/2 Jahren wurden drei Klassen durchgezogen und am 27. Juni 1947 legte ich an meiner alten Penne, der Freiherr vom Stein Schule in Berlin-Spandau das Abitur ab.

Bei der Schulentlassungsuntersuchung betrug mein Körpergewicht 48 kg, was nicht auf Krankheit oder übermäßigen Energieverbrauch zurückzuführen war.

Einige Wochen später brachte mir der Geldbriefträger RM 300,00 eines anonymen Spenders. Der Spende war zu entnehmen, daß ich zu den fünf Besten des Abiturjahrgangs 1947 in Spandau gehörte. Einen Studienplatz an der alten Berliner Humboldt Universität bekam ich damit aber nicht. Die FU gab es noch nicht. Immerhin konnte ich aus der Spende geschuldetes Schulgeld an die Stadt Berlin zahlen.

Keinen Studienplatz zu haben hieß: Man mußte etwas anderes tun, sonst gab es keine Lebensmittelkarte. Der Berufsberater im Arbeitsamt riet zur Tätigkeit in der Brandaplattenfabrik. Brandaplatten waren zum Heizen gedachte brikettähnliche Gebilde aus schwer zu identifizierenden, brennbaren Resten. Ich folgte dem Rat nicht, sondern war ab 01.10.1947 Krankenpflegeschüler im Städtischen Krankenhaus Spandau. Erster Einsatzort war die septische Männerstation der Chir. Abteilung.

5 Monate später ermöglichte mir der OA der Abteilung, meine Tätigkeit als Famulus im Nullten Semester fortzusetzen, allerdings nun ohne jegliche Löhnung. Im Spätsommer 1948 operierte ich unter OA-Assistenz "meinen ersten Blinddarm." Es folgten - natürlich ebenfalls unbezahlt - 6 Monate Famulatur im Nullten Semester an der 1. Med. Klinik der Charite,

Stat. A, Stationsarzt Priv. Doz. Dr. Trautmann, der spätere Chef der 2. Med. Klinik Neukölln, dort Nachfolger von Zadek,

Zum Sommersemester 1949 eröffnete die inzwischen gegründete Freie Universität Berlin das vorklinische Medizinstudium. Die Zahl der Bewerber war astronomisch. Viele kamen aus dem sowjetischen Sektor Berlins und der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, weil sie aus politischen Gründen dort nicht studieren konnten/durften.

Die DDR etablierte sich am 07. Oktober 1949. Die Mauer gab es noch nicht.

Alle Bewerber wurden zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen, das sich als Aufnahmeprüfung entpuppte. Die Fragen nach den Funktionen von Dünn- und Dickdarm konnte ich ohne Mühe beantworten. Zur Frage, was denn bei einer Blinddarmoperation passiere, deklamierte ich einen Op.-Bericht und wurde mit der Bemerkung entlassen, bestens informiert zu sein. Etwa 14 Tage später erhielt ich die Nachricht, daß mir ein Studienplatz zugeteilt worden war.

Meine Mutter, die inzwischen wußte, daß sie Witwe war, verdiente beim Beginn meines Studiums  240 Mark halb Ost halb West im Monat, zuviel für einen vollen Erlaß der Studiengebühren, und von einem Stipendium konnte schon gar keine Rede sein. Für einige Semester erreichte ich einen halben Gebührenerlaß. Die Studiengebühren und ein bescheidenes Taschengeld verdiente ich mit Nachhilfe- und Violinunterricht.

Auch die Studienanfänger des SS 1949 in der Vorklinik an der FU waren ein Haufen lernwütiger Leute. Viele liefen noch in Uniformteilen der Deutschen Wehrmacht herum. Ich auch. Man "siezte" sich. Das Zusammengehörigkeitsgefühl war groß.

Auf Ausführungen zu besonders beeindruckenden Hochschullehrern muß ich aus Zeitgründen leider verzichten.

Aus der Vorklinik sind mir in lebhafter Erinnerung Walter Ullrich, Zoologie, der eine beeindruckende Vorlesung hielt, Gerhard Schenck, Chemie und der junge Ernst von Herrath, Anatomie. In der Klinik waren es Wilhelm Dörr, Pathologie, Hans Freiherr von Kress, Innere Medizin, dessen souveräne Vorlesung stets einem Lehrbuchkapitel glich, Fritz Linder Chirurgie und Gerhard Joppich, Pädiatrie, Helmut Selbach, Neurologie und Psychiatrie.

Während des Studiums habe ich insgesamt 9 Monate in den Fächern Chirurgie, Geb./Gyn und Innere Medizin famuliert und gegen Ende des Studiums meine Inaugural-Dissertation angefertigt. Am 19. Dezember 1955 letzte Prüfung des Staatsexamens.

Meine Bestallungsurkunde trägt das Datum 24. Januar 1956, war also heute vor 2 Monaten 50 Jahre alt.

Wenn ich an dieser Stelle für einen kurzen Rückblick innehalte, muß ich sagen: Vieles bis dahin erlebte möchte ich nicht noch einmal erleben, missen aber nichts !

Mit der Approbation begann ein neuer Lebensabschnitt.

Die Truppenärzte hatten im 2. Weltkrieg nach der Infanterie die prozentual höchste Gefallenenziffer. Eine ganze Ärztegeneration war dezimiert. Auch der potentielle ärztliche Nachwuchs war durch Kriegsverluste stark reduziert.

Von den 12 Pflichtassistenzarztstellen im Städt. Krankenhaus Spandau war bei meinem Dienstantritt Anfang 1956 eine besetzt. Die zweite besetzte ich. Aus dem Unglück des zweiten Weltkrieges war für meine Generation eine einmalige Chance entstanden: An den Krankenhäusern gab es freie Stellen in Hülle und Fülle. Die wegen des Nachwuchsmangels auf 15 Monate reduzierte Pflichtassistenzzeit absolvierte ich im Krankenhaus Spandau in den Fächern Chirugie, Geb./Gyn und Innere Medizin.

Hermann Bernhardt, Schüler Gustav von Bergmanns, einst die "große Hoffnung der Deutschen Inneren Medizin" genannt, war ein etwas versponnener Gelehrtentyp und liebenswürdiger Mann. Gustav-Erich Schubert, unbeliebt, leitete seine Chir. Abtlg. systematisch und konsequent.

Auch in der Pflichtassistentenzeit gab es bemerkenswerte Begegnungen und ich beschränke mich - wiederum aus Zeitgründen - auf die Nennung von Kurt Schulz, den Chef der Frauenklinik: Ein hervorragender Geburtshelfer und Gynaekologe, brillanter Operateur; ihm schulde ich Dank nicht nur für Ausbildung sondern auch für spätere Hilfe in großer Gefahr für das Leben meiner Frau und zweier Kinder.

Es folgten 2 Jahre Pathologie als Assistenzarzt bei Curt Froboese: Über 1000 klinische Sektionen pro Jahr am Institut, insgesamt 635 selbst ausgeführte, bei jeder Sektion Anfertigung eines Sektionsprotokolls mit exakter Beschreibung aller Organe, Formulierung einer Path.-anat. Diagnose nach aetiologisch-pathogenetischen Zusammenhängen. So wurde die klinische Sektion oft zur posthumen Darstellung einer jahrzehntelangen Krankengeschichte. Dazu eine exzellente Institutsorganisation, die schnellen Zugriff auf alles ermöglichte, was je eingegangen war und das Institut verlassen hatte. Froboese war ein Mann von rasiermesserscharfer Intelligenz und ultimativer Exaktheit. In der Medizin müsse - so sein credo - nicht ganz selten auf lückenhafter Entscheidungsgrundlage gehandelt werden. Deshalb hielt er einen Verzicht auf Exaktheit, da wo sie möglich ist, für vollständig unvertretbar.

Zwei ihn chrakterisierende Episoden: Chronische Stauungsorgane und Arbeitsunfall im Siemens Kabelwerk am 03. Mai 1936:

Als junger klinischer Dachs hatte ich mich immer darüber geärgert, wenn die Pathologen bei einem in chronischer Herzinsuffizienz Verstorbenen als Todesursache "chronische Stauungsorgane" angaben. Ich meinte, an einer chronischen Stauungsleber, Stauungsmilz etc. stirbt man doch nicht. So nahm ich die erste sich bietende Gelegenheit als Obduzent wahr, diese Ansicht am Sektionstisch zu äußern. Froboese fragte, woran man denn in einem solchen Fall sterbe. Ich antwortete: "An der chronischen Herzschwäche, Herr Professor." Seine Antwort: "Zeigen sie mir die; wenn sie sie hier (!) finden, dürfen sie sie schreiben!" Die zweite war/ist ein von Froboese erstelltes Gutachten. Fragestellung: Steht der Tod des X.Y. mit dem am 03. Mai 1936 im Kabelwerk von Siemens erlittenen Arbeitsunfall in einem ursächlichen Zusammenhang ? Gutachten: Der 03. Mai 1936 war ein Sonntag, an dem gemäß Rückfrage bei der Werksleitung die Arbeit ruhte.

Meiner großen Liebe entsprechend folgten 2,25 Jahre Chirurgie am Städt. Krkhs. Hohengatow. H.-J. Baukhage ein intelligenter und konsequenter Chirurg, der noch in allen Körperhöhlen operieren konnte und überregional gefragt war, nannte seinen OA und späteren Chef der Abtlg. Günther Peplau eine einmalige chirurgische Begabung und einmalig war auch das Gespann aus den beiden, dem ich viel verdanke.

Ich wollte eigentlich nie Internist werden und schon gar nicht Diabetologe.

Dennoch: Wegen der schlechten Berufsaussichten für Chirurgen entschloß ich mich schweren Herzens zum Wechsel in die Innere Medizin mit der Absicht, das Krankenhaus nach Facharztanerkennung zu verlassen. Nach 2 3/4 Jahren Innerer Medizin in Hohengatow überredete mich Adalbert Buding, mehr noch seine Sekretärin, die seit längerem vakante OA-Stelle des Diabetologen Joachim Schneeweiß zu übernehmen und so wurde ich zwangsläufig Diabetologe.

Das begann mit einer vierteljährigen Hospitation an der Uni-Augenklinik Westend, denn Herr Buding meinte, ein Diabetologe müsse den Augenhintergrund untersuchen können. Wir hatten damals durchschnittlich gut 100 Diabetiker auf der insgesamt noch 300 Betten großen Abteilung. Adalbert Buding war ein ausgezeichneter Kliniker und engagierter Klinikleiter. Er sagte auch: Wenn sie wissen wollen, was auf ihren Stationen läuft, dann müssen sie selbst täglich Stationsarbeit leisten, indem sie ihre Privatpatienten bis auf Notfälle selbst versorgen, was er auch tat.

In den pünktlich zu fertigenden Arztbriefe mußten die  Diagnosen nach dem Aufbau der großen klinischen Vorlesung abgehandelt  werden, sodaß jeder Leser Dignität von Diagnostik und Therapie nachvollziehen konnte. Schnellschüsse wie "Labor im Normbereich" waren verboten. Es galt: Ein gut ausgebildeter Arzt sollte aus einer gut geführten Krankengeschichte den Arztbrief schreiben können, ohne den Pat. gesehen zu haben.

Nach 11 1/2 Oberarztjahren, in denen mir meine vorangegangenen Weiterbildungen  außerordentlich zugute gekommen waren, übernahm ich die Leitung der nach Teilung im Jahre 1968 noch 176 Betten großen Abteilung.

Schlimmstes Ereignis in meiner 17 1/2 jährigen Chefarzttätigkeit war der unsinnige Umzug von Hohengatow nach Havelhöhe am 01.10.1982, der zur schweren Beschädigung unserer Abteilung führte.

Lassen Sie mich Schließen: Glücklicherweise mußte ich den Zeitpunkt, zu dem man anfing, aus ökonomischen Gründen, die teilweise obendrein auch noch fragwürdig waren und sind, auf mögliche Exaktheit zu verzichten, nicht mehr als Aktiver  erleben.

Ich meine: Die Deutsche Ärzteschaft hat sich - ohne es zumindest anfangs zu bemerken - entmündigen lassen. Ich hoffe, daß der sich jetzt formierende Widerstand die eingetretenen Fehlentwicklungen in wesentlichen Punkten korrigieren kann. 

Ich danke für die Möglichkeit einer breitbasigen Weiterbildung, wie sie heute nicht mehr möglich ist, was nicht die Ärzteschaft sondern die Politik zu verantworten hat.

Ich fürchte mich vor dem Facharzt für das linke Ohr.

Ich danke all denen, die mich geformt, geprägt und gefördert haben. Ihnen gebührt eigentlich die mir heute zuteil gewordene Anerkennung.

W.K.       im  März 2006

 

 

              Anhang

 

Dr. med. Günther Kurow verstarb am 10. 1. 2001, wenige Monate vor Vollendung seines 80. Lebensjahres, in seiner Heimatstadt Berlin.  Am 19. 4 1921 in Berlin geboren, erkrankte er 1933 als Zwölfjähriger an Typ-1-Diabetes, was seinen späteren Lebensweg nicht nur hinsichtlich der Krankheitsbewältigung außerordentlich prägen sollte, sondern auch hinsichtlich seiner Berufswahl und seines späteren Berufslebens.

Er war einer ersten in Deutschland, den man mit Fug und Recht einen Diabetologen nennen durfte. Am eigenen Leibe hatte er erfahren, daß ein Diabetiker den größten Teil der Behandlung seiner Erkrankung selbst erbringen muß und daß das nicht ohne ausreichende Kenntnisse von der Krankheit funktionieren kann. Folgerichtig widmete er einen Schwerpunkt seiner Arbeit der Schulung seiner Diabetespatienten. Dabei kam ihm neben der eigenen Krankheitserfahrung sein wissenschaftliches Interesse und die  Fähigkeit zu systematischem Vorgehen zugute, was sich in zahlreichen Publikationen niederschlug. Die für die Patientenschulung entwickelten sogenannten "Kurow'schen Folgefragen" sind Legende. Die Zusammenarbeit mit ihm war vorbildlich. Sein jahrzehntelanges Wirken als niedergelassener Arzt hat in Berlin und darüber hinaus Spuren hinterlassen. Aus alledem ergeben sich die Bedeutung der seinen Namen tragenden, von der Berliner Diabetesgesellschaft gestiftete Medaille und der Sinn ihrer Verleihung.

Günther Kurows Witwe war leider verhindert, im März 2006 an der kleinen Verleihungsfeierlichkeit teilzunehmen, weshalb ich ihr nach einem kürzlich erfolgten Treffen das Manuskript meiner Danksagung übersandte. Sie merkte kritisch an: “Ich vermisse einen Aspekt: Wieviel Zeit Ihrer Lebensarbeitsleistung haben Sie der Unterrichtung und Beratung und Schulung Ihrer Patienten und deren Angehörigen gegeben ? Das war doch sicher sehr erheblich." Ich habe versprochen, das mit diesem "Anhang" nachzuholen.

Das Diabetikerschulungsprogramm der Inneren Abteilung Hohengatow, später Havelhöhe des ehemaligen Städtischen Krankenhauses Berlin-Spandau ist von 1964 bis 1993 unter meiner Leitung konzipiert und ständig weiterentwickelt worden. Schulungsmaßnahmen wurden von  Montag bis Freitag von 08.30 Uhr bis 15.00 Uhr angeboten und durchgeführt. Zur Durchführung der einzelnen Unterrichtsblöcke waren eingesetzt 4 Assistenzärzte, 2 Oberärzte, der Chefarzt, 1 Diabetes-schwester, 1 Diätassistentin, 1 Krankengymnastin.

Das Programm umfaßte im einzelnen:

5 einstündige inhaltlich festgelegte Arztvorträge mit den Themen

Grundkurs für Neuaufnahmen: Die zentrale Störung bei Diabetes,

Einführungsvortag: Was ist Diabetes ? Ursachen, Komplikationen,        Spätschäden, Folgekrankheiten, Behandlung,

Austauschtabelle: Sinn, Zweck, Handhabung,

Selbstkontrolle: technische Möglichkeiten, Ausführung, Zweck, Bewertung der Ergebnisse,

Behandlung mit Insulin: Präparate, Injektionsmittel, Pumpen, Basis-Bolusprinzip, Selbstanpassung.

sowie eine Fragestunde, die am Freitag dem letzten Vortrag folgte (Summe 6 Wochenstunden). Grundsätzlich wurden alle Patienten angehalten alle Vorträge zu besuchen. Die Teilnahme wurde dokumentiert. Unser Vortragsprogramm wurde regelmäßig einer größeren Anzahl von niedergelassenen Ärzten mit der Einladung zur Kenntnis gebracht, ihre Patienten teilnehmen zu lassen.

Zur eigenen Fortbildung nahmen an den Vorträgen nicht beteiligte Ärzte der Abteilung, Schwestern und Pfleger der beiden Diabetesstationen im Rahmen ihrer dienstlichen Möglichkeiten sowie Angehörige unserer Patienten  als Zuhörer teil. Zu jedem Vortrag wurden den Patienten Merksätze und Informationsblätter ausgehändigt, die regelmäßig von Patienten und Pflegepersonen auf ihre Verständlichkeit hin überprüft und gegebenenfalls verbessernd angepaßt wurden. In der letzten Zeit meiner Tätigkeit haben wir von den Vorträgen Videoaufzeichnungen erstellt, um Mängel im Vortragsstil und der Sachverhaltsdarstellung erkennen und gegebenenfalls abstellen zu können. Es ist höchst lehrreich, sich selbst als Referenten zu erleben.

Weitere Lehrveranstaltungen zur Diätetik (Diätassistentin):

Dreimal wöchentlich halbstündige Frühstücksrunde mit beaufsichtigter Zubereitung und anschließendem Verzehr (ca. 1,5 Wochenstunden), dreimal wöchentlich Lebensmitteleinkauf gemeinsam mit der Diätassistentin (insgesamt ca. 3,5 Wochenstunden), dreimal wöchentlich ca. 2 stündiger Kochkurs inklusive Verzehr der unter Aufsicht bereiteten Mittagsmahlzeit (ca. 6 Wochenstunden) zweimal wöchentlich individuelle Diätberatung von Einzelpersonen oder Kleinstgruppen (2 Wochenstunden), einmal wöchentlich Essen im Restaurant, Urlaub, Zuckeraustausch und Zuckerersatzstoffe, diätetische Lebensmittel (1 Wochenstunde). Sprechstunde der Diätassistentin für Angehörige (1 Wochenstunde).

Weitere Lehrveranstaltungen Diabetesschwester:

Dreimal wöchentlich Selbstkontrolle Blutzucker und Blutzuckermeßgeräte (insgesamt ca 4,5 Wochenstunden), zweimal wöchentl.  Selbstkontrolle Urinzucker, Azeton (2 Wochenstunden), zweimal wöchentlich Blutzuckerselbstkontrolle vor Gymnastik und nach Gymnastik (2 Wochenstunden). Sprechstunde der Diabetesschwester für Angehörige ( 1 Wochenstunde).

Gymnastik für Diabetiker (Krankengymnastin): Montag bis Freitag täglich (2,5 Wochenstunden).

Zweimal wöchentlich waren 2,5 Stunden reserviert für spezielle Individualberatung, gegebenenfalls auch in Kleinstgruppen bei Bedarf zu Themen wie: Injektionstechnik, PEN, intensivierte konventionelle Insulinbehandlung,  Selbstanpassung der Insulindosis, liberalisierte Diät, Unterzuckerung, Berufswahl, Diabetes und Straßenverkehr, diabetischer Fuß, diabetische Nerven- und Netzhauterkrankung, Störung von Sexualfunktionen, die je nach Thema von der Diabetesschwester, der Diätassistentin oder Ärzten vorgenommen wurde.

Das Gesamtangebot an Lehrveranstaltungen umfaßte somit ca. 38 Wochenstunden.

Der Kenntnisstand der Patienten wurde bei Krankenhausaufnahme durch ein Schema von Testfragen abschätzend ermittelt. Danach erfolgte die Zuweisung zu den angebotenen Lehrveranstaltungen. Die Teilnahme wurde dokumentiert.  

W.K. im Dezember 2007

 

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